Mein Proportionalitätsgesetz

Wir haben einen Zahlensinn. Der ist angeboren. Oder erlernt. Egal. Jedenfalls: Er bringt Raum und Zahlen zusammen. Linear und proportional. Intuitiv. Automatisch. Deswegen mein Proportionalitätsgesetz: Grafische Veränderungen müssen proportional zu den abgebildeten Wertveränderungen sein. Zahlensinn kann man beweisen. Mit einem Experiment. Ich hab eins gemacht. Mit den Leuten hier im Büro. Alle sollten mir ein Bild malen. Das habe ich gesagt:

„Nimm ein Stück Papier. Egal, was für eins. Mal einen geraden Strich drauf. So lang, wie Deine Hand breit ist. Ungefähr. Nicht zu kurz. Nicht zu lang. Schreib an eine Seite 0. Schreib an die andere Seite 100. Mal eine 25, 50, 70, 80 an Deinen Strich.“

Das kam raus:
Handgemalte Skalen

Die Leute haben sehr genau gemalt. Hier die Abweichungen von einer genauen Skala:
Auswertung des Mal-Experiments

Deswegen, in jeder Grafik: Alles muss proportional zu den dargestellten Werten sein. Zum Beispiel Balkenlängen. Ohne Proportion ist Manipulation.